EIN BESUCH IN KOLUMBIEN AUF DER FINCA LA GREICA

 
Die Finca ist an einem steilem Hang gelegen und erstreckt sich weit in das Tal hinein. Insgesamt umfasst das Gelände 400 Höhenmetern von 1400 – 1800 masl.
Zwischen Bio-Bananenbäumen und alten Schattenbäumen wächst hauptsächlich Kaffee der Castillo – Varietät. Durch das optimale Klima kann Horacio zwei Mal pro Jahr ernten. Die Haupternte ist im September und Oktober, eine zweite Ernte findet im März und April statt.
Nach insgesamt über 17 Stunden reiner Reisezeit, ca. 2 1/2 Stunden Verspätung und einer kurzen Nacht in Bogota überqueren wir die letzten Meter der Hubbelpiste in einem alten, olivgrünen Toyota Geländewagen und fahren durch das bereits geöffnete Tor der Finca La Greica.
Zum zweiten mal haben wir uns nun in das Bergland Kolumbiens aufgemacht, um unseren DirectTrade Partner in der Region Caldas zu besuchen. Horacio ist ein eher unscheinbarer Typ, der während der Drogenkriege in seinem Land in die USA floh und nach einigen Jahren der Ruhe sich nun dazu entschieden hat wieder aktiv in seinem Heimatland zu wirtschaften.
Die weitere Verarbeitung der handgepflückten Kaffeekirschen findet auf seiner Farm statt.
„Meine Lieblings-Aufbereitungsmethode für meinen Kaffee ist ganz klar der Honey Process.“
Bei dieser Aufbereitungmethode wird die Haut der Kaffeekirsche maschinell entfernt und ein bestimmter Anteil des Fruchtfleisches an der Bohne gelassen. Der Honey Process kombiniert die Vorteile der nassen und trockenen Aufbereitung und macht den Kaffee komplexer. Dabei wird so gut wie kein oder nur sehr wenig Wasser verbraucht.
Nach Größe sortiert, kontrolliert und abgepackt wird der Kaffee von der Finca La Greica dann in dem benachbartem Dorf „ChinChina“.
Dort lebt gefühlt jeder Mensch von Kaffee und fast an jeder Strassenecke liegen grüne Bohnen auf dem Boden oder alte Transportwagen werden wieder auf Vordermann gebracht.
Geschmacklich ist der Honey Process Kaffee von der Finca La Greica fruchtig, süß - Bering einzuordnen. Je nach Zubereitungsmethode kommen Geschmacksnuancen von Schokolade, unverarbeitetem Zuckerrohr und Waldbeeren zum Vorschein.
Probieren könnt ihr den Kaffee schon seit einiger Zeit bei uns in den Cafés, selbstverständlich liefern wir Euch die gerösteten Bohnen in 300g Tüten auch gerne bis nach Hause:
Hierbei ist zu beachten, dass der Kaffee nach dem rösten zwischen 5 – 7 Tagen ruhen sollte, um seinen vollen Geschmack zu entfalten. Wir empfehlen eine Filterkaffee-Zubereitung.

 

 


CRAKE VALLEY-
UNSER DIRECT TRADE

Wir haben unsere DirectTrade Partner aus Crake Valley / Zimbabwe besucht und würden Euch gerne die einzigartige Geschichte der Familie Brown Rosswell und der Crake Valley Farm erzählen.

 

Im Jahr 1963 übernimmt die Familie Brown Rosswell ein Landstück in Mutare / Zimbabwe direkt an der Grenze zu Mosambique und beschließt darauf Kaffee anzubauen. Damals, nur eine von 184 Kaffeefarmen, kämpften sie ums überleben und entwickelten sich über mehrere Jahre zu einer der qualitativ hochwertigsten Farmen in ganz Simbabwe. Die Fokussierung auf Qualität, statt auf Massenproduktion hat Crake Valley bis heute nicht verloren. Trotzdem muss die Farm, die heute von dem Sohn in zweiter Generation geführt wird, jeden Tag hoffen, dass die Regierung nicht das komplette Farmgebiet annektiert und an ehemalige hochrangige Armeemitglieder übergibt, die das Land nicht neu kultivieren, sondern verkommen lassen. Denn die Regierung hat sich bereits Teile der Farm überschreiben lassen und so der Familie Brown Rosswell 60 Tonnen Kaffee entzogen.
Dieses Schicksal hat insgesamt 180 Farmen getroffen und so kann sich Crake Valley glücklich zählen, zu einer der letzten 4 Kaffeefarmen in ganz Simbabwe zu zählen. Das haben sie nicht ihrer hohen Qualität und guten Exporten zu verdanken, sondern 30 Milchkühen, die dafür sorgen, dass die Farm in eine andere Kategorie fällt und so momentan unantastbar für die Regierung ist.
Früher als Kornkammer des Kontinents bekannt ist Simbabwe heute auf internationale Hilfe angewiesen.

 

Die Kaffeepflanzen wachsen in den Vumba Mountains in 1100 – 1300 Meter Höhe unter dem natürlichen Schatten einiger Bäume. Crake Valley legt großen Wert darauf, dass die natürliche Flora & Fauna erhalten bleibt und belässt deshalb mehr als 25% der gesamten Fläche als natürlichen Wald. Dieser bietet verschiedenen Pflanzen- und Tierarten natürlichen Lebensraum, die wiederum die Qualität des Kaffees verbessern. So picken die Vögel die faulen Kirschen weg und fressen eventuell für die Kaffeepflanze gefährliche Insekten. Für die Unterstützung des nachhaltigen Kaffeeanbaus in Zimbabwe wurde das Crake Valley Estate bereits 2002 mit dem Innovative Farm Management Award ausgezeichnet.

Wir bieten die gerösteten Bohnen sowohl als Single Origin Kaffee, als auch als Espresso oder Cortado an. Geschmacklich überzeugt der Zimbabwe Filterkaffe durch einen vollen Körper mit Geschmacksnuancen von Haselnuss und Johannisbeere. Als Espresso weisst Noten von Weingummi und Toffee auf. Als Cortado erkennt man Kakaobohnen und Nussschokolade.
Ab jetzt im Online Shop verfügbar:

Crake Valley im Onlineshop


 

WELCHEN KAFFEE
TRINKST DU 2

Der Unterschied zwischen einem Kaffee, der industriell in großen Röstöfen in kürzester Zeit geröstet wird und einem Kaffee, der handwerklich in kleinen Trommeln über einen längeren Zeitraum schonend geröstet wird schmeckt man, sieht man und riecht man.

 

Um den Gewinn zu maximieren werden bei dem industriellen Röstvorgang bis zu 500 kg Plantagenkaffee gleichzeitig innerhalb von 2 – 7 Minuten bei extrem hohen Temperaturen zwischen 400°C und 800°C per Heißluftröstverfahren schock geröstet. In dieser kurzen Zeit nehmen die Kaffeebohnen zwar von außen die typische braune Färbung an, aber im Inneren sind sie noch nicht fertig. Das hat zur Folge, dass die magenunverträgliche Chlorogensäure bei der Röstung nicht zerstört wird. Durch die extrem hohen Temperaturen werden die feinen Aromen der Kaffeebohne zerstört und verbrannte Röstaromen legen sich über das komplexe Geschmacksbild.
Durch die kurze Röstzeit und den extrem hohen Temperaturen schmeckt jeder Industriekaffee bitter und unvollendet.
Für uns und unsere Rösterei steht dagegen die Maximierung der Qualität im Vordergrund, die maßgeblich von der Röstung beeinflusst wird. In unserem Probat-Trommelröster wird der Rohkaffee je nach Charge zwischen 200°C und maximal 225°C über einen Zeitraum von 14 – 18 Minuten schonend geröstet. Durch den längeren Röstvorgang bei niedriger Temperatur können sich die feinen Säuren und Aromen des Kaffees vollständig entwickeln und die magenunverträgliche Chlorogensäure wird zerstört. Die Trommel wird direkt durch Gasflammen beheizt und so kann unser Röster die Temperatur und die Röstzeit individuell auf die verschiedenen Eigenschaften der Kaffees abstimmen.

 

Durch die längere und individuell angepasste Röstung bei niedriger Temperatur sind unsere Kaffees nicht bitter und weisen ein großes Spektrum an verschiedenen und feinen Aromen von Lakritz bis Granatapfel auf.
Also welchen Kaffee trinkst du? Du hast die Wahl.

 

 


ZU BESUCH AUF DER
FINCA DOS JEFES, PANAMA

Nick hat pünktlich zur letzten Ernte im Februar unseren Direct Trade Partner Richard Lipner in Boquete, Panama besucht! Hier sein Reisebericht:
20. Februar 2013, Düsseldorf: kalt und nass Später am Tag: Panama City, 32° C, tropische Hitze.
Das Angebot, eine Kaffeefarm in Panama besuchen zu dürfen, passte perfekt zu meinem Plan, in den Semesterferien einen weiteren Fleck der Erde zu erkunden. Es dauerte nur noch etwas mehr als einen Monat und schon stand ich nach dem Klausurenstress in dem Land, das für seine Schönheit spätestens durch die Tigerente bekannt wurde und seit knapp 100 Jahren Heimat der bekanntesten Abkürzung der Welt, dem Panamakanal, ist. Nach 20 Stunden Flug und der ersten Nacht im low-quality Hotel stand Panama City auf dem Plan: Die wohl langweiligste Metropole der Welt. Nach Besichtigung der Miraflores-Schleusen, die den Pegelunterschied zwischen Atlantik und Pazifik auslgeichen, ging es mit dem Nachtbus (auf 14° C temperiert) Richtung Boquete im bergigen Grenzgebiet zu Costa Rica. Dort wartete ein angenehmes Klima um 25° C, eine atemberaubende Kulisse hoher, grün bewachsener Berge und tiefster Dschungel.

 

Im Vergleich zu Panama City bietet diese Kleinstadt nahezu grenzenlose Möglichkeiten: Panamas höchsten Berg, von dem man beide Ozeane sehen kann, heiße Quellen, Wasserfälle und natürlich das Zentrum des panamaischen Kaffeeanbaus. Hier wunderschöner Umgebung gedeihen einige der besten Kaffees der Welt. Und stets dabei ist die Finca Dos Jefes von Richard Lipner.

 

Unsere Führung begann Montagmorgen, 9 Uhr. Der Chef holte uns persönlich an unserer Unterkunft ab. Weitere Gäste waren ein Professorenehepaar aus Vermont. Nach kurzer Fahrt in höhere Lagen kamen wir auf der Farm an. Die gepflegte Finca lässt erahnen, dass von hier kein 08/15-Kaffee kommt. Nachdem wir uns vom traumhaften Ausblick losreißen konnten, sahen wir uns an, woher er kommt, der Cafe de la Luna (unbedingt probieren!!!). Da gerade die Schlussphase der Erntezeit war, konnten wir noch die verschiedenen Reifegrade der Kaffeekirschen studieren und die Aromaentwicklung der Kirsche erschmecken.

 

Nach dem Ernten geht es an die Weiterverarbeitung des Kaffees. Im Gegensatz zur Masse, nutzt man auf der Finca Dos Jefes die Energie der Sonne und des Windes, um die Kaffeekirschen zu trocknen und von Resten des Kirschensaftes zu befreien, anstatt die Kaffeebohnen mit Unmengen Frischwasser zu waschen und mit dem Schmutzwasser die Umwelt zu beschädigen. Um einen Kaffee in Bioqualität anzubauen, stellt man hier sogar eigenen Biodünger her und zieht auch die Setzlinge für den Ersatz alter Pflanzen selbst. Auch der Anbau nach im Einklang mit dem Mondkalender macht diese Farm zu etwas Außergewöhnlichem unter den Kaffeefarmen.

 

Aber nicht nur der Umweltschutz ist Richard Lipner ein Anliegen; auch die Arbeiter auf seiner Farm profitieren: Unter dem vorherigen Besitzer hausten die Arbeiter mit Familie, wie üblich, in einem Teil der Lagerhalle. 15 m² betonierter Fußboden mit Grill/Ofen diente Familie bis zu 7 Personen als Heim. Neben einem ordentlichen Dach über dem Kopf erhalten die Arbeiter auch ein mit $ 9,75 überdurchschnittliches Gehalt.

 

Im Anschluss an den Farmrundgang ging es an den Kaffee: Eine Verkostung desselben Kaffees in 3 unterschiedlichen Röstgraden. Unglaublich, welche geschmacklichen Unterschiede durch ein paar Grad oder Minuten mehr bei der Röstung entstehen. Als Highlight folgte zum Abschluss noch unsere eigene Röstung…der Duft des frisch gerösteten Kaffees ist unbeschreiblich, in Verbindung mit der Finca in den panamaischen Bergen der Himmel jeden Kaffeetrinkers.

 

WELCHEN KAFFEE
TRINKST DU 1

Den Unterschied zwischen einem Kaffee, der auf einer Monokultur-Plantage angebaut wird und einem Kaffee, der in seiner natürlichen Umgebung kultiviert wird schmeckt man, sieht man und hört man.

 

Konventioneller Anbau VS natürlich kultivierter Kaffeebaum
Bei konventionellem Plantagenkaffee steht die Maximierung der Ernte im Vordergrund. Dafür wird die Fläche komplett gerodet, wenn möglich der Mensch durch eine Maschine ersetzt und alles was lebt mit Agrarchemie bekämpft.
Für uns und unsere DirectTrade Partner steht dagegen die Maximierung der Qualität im Vordergrund, die bereits mit hochwertigen Anbaumethoden beginnt. Unsere DirectTrade Partner bauen den Kaffee in Einklang mit der heimischen Flora & Fauna an und nutzen die Eigenschaften der natürlichen Vegetation zur Verbesserung der Anbauqualität.
Unter den heimischen Schattenbäumen findet die Kaffeepflanze ihren optimalen natürlichen Lebensraum, der sie vor Hitze und zuviel Sonnenschein schützt. Gleichzeitig bieten die Schattenbäume Lebensraum für verschiedene Vogelarten, die auch für die Kaffeepflanze nützlich sind. Die Vögel jagen Nagetiere und Insekten, fressen die faulen Kaffeekirschen und verteilen die Samen und Körner.
Zusätzlich kultivieren unsere Farmer gezielt Pflanzen mit natürlichen Insektiziden wie schwarzen Pfeffer und können so komplett auf die Verwendung von Agrarchemie verzichten. Das ist für entscheidend für die Qualität unseres DirectTrade Kaffee! Schöner Nebeneffekt: Durch den Verzicht auf Agrarchemie können auf den Farmen auch Früchte wachsen, die unsere Farmer verkaufen können. Das bedeutet zum einen, dass der Boden multikulturell bewirtschaftet wird und unsere Farmer nicht komplett von der jährlichen Kaffeeernte abhängig sind.
Also welchen Kaffee trinkst du? Du hast die Wahl.