Kaffeewissen


World Aeropress Championship

"SEATTLE"

16. Juli 2015
Auf nach Seattle...Weltmeisterschaft!!
09.April 2015 World Aeropress Championship
Nach dem Mattes Ende Februar den deutschen Aeropress Meister Titel in Berlin geholt hat, heißt es auf nach Seattle!!!

Nun stehen wir beide total aufgeregt um kurz nach 6 am Düsseldorfer Flughafen und freuen uns auf eine absolut geniale Reise und Veranstaltung in Seattle. In Frankfurt boarden wir eine 747 nach Seattle, die Aeropress selbstverständlich im Handgepäck. Wir hatten was vor, wir wollten Mitglieder des Mile High Aeropress Club's werden. Irgendwo über Grönland packten wir nach dem Lunch dann die Aeropress, eine Hario Handmühle, die Emaille Tasse und unseren leckeren Äthiopien Kolisha aus. Ich fragte unsere Stewardess freundlich nach heißem Wasser und informierte sie über unser Vorhaben...Sie war begeistert, brachte uns Wasser und sagte: „Das ist ja cool, das habe ich auch noch nicht erlebt! Macht ihr mir ne Tasse mit?“ „Na logisch!“ erwiderten wir.
Kaffeeklatsch in 10500m Höhe ... join the club!

In Seattle angekommen machten wir uns auf den Weg ins Hotel. Von dort aus erst mal die Füße vertreten und Seattle erkunden...die Veranstaltung ist erst übermorgen, also Sightseeing ... wir sind ja Touristen ... in einer verdammt geilen Stadt! Pike Market als erstes...vorbei am 1ten Sbucks ... da geht die Laune bei Mattes schon den Bach runter...schnell weiter :) Durch Downtown und als nächstes ins Touristen Büro...nach einem netten Plätzchen für ein kühles Bier fragen. Tolle Empfehlung das 30 Pikes ... es war Happy Hour und wir bestellten zu unserem Ale noch Pulled Pork Sandwiches und Buffalo Wings ... Hey, America is great for food! Aperitif schon mal gelungen. Wir gingen dann noch spazieren und kehrten abends beim Mexikaner zum essen ein...lecker lecker Burrito. Dann hieß es auch gute Nacht ... der Onkel Jetlag machte sich bemerkbar.
5:11am, ich liege Hellwach im Bett, Onkel Jetlag again ... runter in die Lobby und erst mal einen Kaffee...um diese Uhrzeit ist mir die Qualität des Kaffees noch relativ egal. Um den Tag ein wenig zu planen reicht es. Heute wollen wir uns ein paar Kaffeeläden angucken. Nach dem Frühstück ziehen wir los und erster Stopp Stumptown Coffee, ursprünglich aus Portland eine kleine Kaffeekette, die auf einem sehr hohen Niveau arbeitet. Wir bestellten uns einen Columbia Primavera aus der Chemex und 2 Espressi ... beides ein Traum wobei der Filterkaffee eine unglaubliche Bombe war. Die Atmosphäre war auch geil ... man spielte eine Led Zeppelin LP und auch die Mitarbeiter schienen ihren Job leidenschaftlich gerne zu machen. Barista sein macht schon richtig Spaß! Cooler kleiner Laden. Weiter geht’s zu Café Vitta, einer Rösterei und Kaffeebar ... auch da wieder ein Gedeck. Atmosphäre war bei Stumptown eindeutig besser. Kaffees waren aber auch sehr gut...

Tag der Veranstaltung!
Nach einem tollen Frühstück im Oddfellows und einem kleinen Spaziergang ging es dann in Richtung SODO, dem Industrieviertel in Seattle und der Ort, an dem die Aeropress Weltmeisterschaften stattfinden!
Vorbei an Sbucks Headquarters (Mattes bekommt schon wieder einen roten Kopf) erreichen wir dann Within SODO den Ort des Geschehens. Draußen tummeln sich schon einige Leute. Teilnehmer aus aller Welt und deren Begleitung ... man lernt sich nach und nach kennen, quatscht und alle sind in bester Laune! Die Türen sind noch verschlossen ... Einlass ist um 15 Uhr.

Nach dem Briefing wurden die Heats ausgelost, insgesamt gibt es 12 Rennen à 3 Teilnehmer...jeweils einer kommt weiter ins Viertel Finale. Mattes tritt im ersten Rennen gegen Ungarn und Polen an. Die Stimmung ist gut und die Anspannung groß.
Er benutzt dasselbe Rezept, mit welchem er auch die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte. Er bereitet eine Art Konzentrat zu, aus 33g gemahlenem Kaffee, welcher mit nur 80ml Wasser extrahiert und anschließend mit 120ml Wasser gestreckt wird. So, auf geht’s zur Bühne...Round One für Mattes. Die drei Teilnehmer rühren, gießen und pressen.

Die Brühungen werden dann der Jury präsentiert. Die weiß natürlich nicht welcher Kaffee von welchem Teilnehmer kommt. Es wird geschlürft und ausgewertet und dann werden die 3 Jurymitglieder aufgefordert gleichzeitig mit dem Finger auf den Kaffee zu zeigen, der ihrer Meinung nach der Beste ist. Unter den jeweiligen Tassen ist der Name des Teilnehmers markiert.
Es kommt natürlich auch mal vor, dass jeder auf eine andere Tasse zeiget und so keine Einigkeit stattfindet. In dem Fall steht ein 4ter unparteiischer parat, dessen Stimme dann zählt. Die Jury für die jeweiligen Heats wird übrigens per Glücksrad gewählt, wo auch ein Feld für einen Zuschauer ist. Das ganze Event ist also auch ein wenig auf Spaß ausgerichtet.
Zurück zum Geschehen ... der Kaffee wurde verkostet und die Entscheidung um den Einzug ins Viertelfinale steht nahe. Die Brillen werden nach und nach von der Jury aufgesetzt und die Zeigefinger steigen nach oben. Die Brille ist ein Indikator dafür, dass das Jurymitglied sich entschieden hat. 3-2-1 ... ZACK ... einer der Kaffees bekommt 2 Stimmen ... oh mann oh mann ... natürlich zögern die Jury und der MC das Ergebnis noch ein wenig heraus, normal ... Anspaaaaaaaanuuuuuung

Tasse hoch und ... Maaaaattes!!! Yeah Baby, that’s f...ing awesome!!
Geil die Freude ist groß ... und das Viertelfinale kann kommen.

Im Viertelfinale geht es dann gegen zwei Damen, Paulina aus England und Claire aus Schottland.

Es wird gemahlen, gebrüht und gepresst ... die 8 Minuten sind schnell um ... und wieder schlürft die Jury an den Kaffees herum. Brillen auf und Finger in Position ... BAMS, jeder zeigt auf eine andere Tasse, da haben wir die Situation ... der 4te (der MC) holt seinen Löffel raus und vergleicht die Kaffees, er hat zwei die ihm gefallen und es scheint ihm schwer zu fallen eine Entscheidung zu treffen. Nach ein paar weiteren Löffeln hat er es dann ... wir sind total aus dem Häuschen, nervös und angespannt ... die Tasse wird gehoben uuuuund ... Paulinaaaaa ... England ist weiter. Und Deutschland scheidet im Viertelfinale aus.

Ahhhhh ... nein ... das ist natürlich echt, echt schade ... aber that's life. Nach dem ersten Schock raffen wir uns alle wieder auf und zelebrieren den tollen Erfolg, unter den Top 12 der Welt zu sein & überhaupt hier zu sein im wunderschönen Seattle, bei dieser tollen Veranstaltung mit vielen, vielen tollen Menschen aus aller Welt. Wir mingeln, genießen leckeres Fremont Pale Ale und schauen uns die folgenden Heats an und sind gut drauf.

Das Finale:
Paulina – England
Nick – Canada
Lukas – Slowakei
Kathreen – Philippinen

Nach der Final Runde versammeln sich alle gespannt vor der Bühne und warten auf die Entscheidung.

Weltmeister wird Lukas aus Slowakei ... Herzlichen Glückwunsch!!
Platz 2 Nick aus Canada ... wahnsinnige Leistung, Nick ist ein Hobby Barista der gerne zu Hause eine gute Tasse Kaffee trinkt
Platz 3 geht an Kathreen aus den Philippinen
und Paulina aus England wird 4te der Welt.
Ein tolles Event, ein fantastischer Wettkampf ... es wird noch getanzt und getrunken. Tanzen und Bier trinken sind nämlich die Hobbies der Barista, wie ich immer wieder bei solchen Veranstaltungen feststellen darf ... wir haben schon einen tollen Job!

Gegen 24 Uhr ist die Veranstaltung vorbei , Mattes und ich ... ziehen in Seattle noch ein wenig rum und gönnen uns einen Nachttrunk in der Revolver Bar.
Was für ein Tag!!

Freitagmorgen ...
Wir haben noch einen letzten Tag in Seattle bevor wir morgen nach Portland fahren ...

 


 

 

AEROPRESS MEISTERSCHAFT "BERLIN"

26. MÄRZ 2016
Meisterschaftstrip Berlin
25. - 27. Februar 2015
Disziplin: Aeropress
Nach einem etwas holprigen Start mit der Autovermietung bezüglich "Was ist eine Reservierung???" ging es dann auch endlich mit einer Stunde Verspätung los Richtung Berlin. Natürlich in genau der Autoklasse, die ich reserviert hatte; wir bekamen einen Touran, Edition "CUP." Da hat sich das ganze hin und her doch gelohnt. Die Sterne stehen gut :)

 

Mateusz, Markus Reuter und meine Wenigkeit machen uns auf den Weg zu einer tollen Veranstaltung - Aeropress Meisterschaft 2015! Gastgeber: The Barn - und einem Treffen mit einem Haufen Kaffeeverrückter Menschen! Love it!
Vlotho Süd – Vor lauter Kaffeegequatsche stellen wir auf einmal schockiert fest: Benzinanzeige ist im roten Bereich. Reichweite deutet 0km. Keine Tankstelle…Mann Mann Mann...lasst uns runter fahren und im Dorf ne Tanke finden, auf der Autobahn liegen zu bleiben ist teuer. Alles klar, gemacht – Landstraße Landstraße Landstraße – fuck...dann endlich die Tankstelle! … Erleichterung und weiter geht's!
16:42h ein Parkplatz direkt vorm Michelberger – geil! Wir sind da...Nachdem wir eingecheckt hatten sind wir auch los – erstmal ein Sterni vom Späti und ne'n Dach Döner. Gourmet Tage in Berlin!! Dann zurück zum Michelberger, wir erwarten noch support von unseren Kölner Kollegen Tobias und Benjamin. Übrigens gab es exzellente Cocktails an der Hotelbar... akribisch und mit liebe zum Detail zubereitet. Wir sind alle zusammen noch was essen gegangen und dann, bonne nuit!
WETTKAMPFTAG - ENDLICH KAFFEE!!
"Aufsteeeeehn" verkünde ich um 7:13h...dafür bin ich schließlich da. Duschen und noch schnell zwei Café Crème an der Hotelbar, um auf Betriebstemperatur zu kommen, dann auf zu The Barn, der Host der diesjährigen Aeropress Meisterschaft....S-Bahn, U-Bahn...sie haben ihr Ziel erreicht...
Man trifft alte Bekannte, trinkt geilen Kaffee und quatscht, die Sonne scheint – die Stimmung ist gut.
Mattes registriert sich und so langsam wird es ernst, die Spannung steigt. Um 10:30h hat Mattes seine Trainingszeit,oder auch "Dail in", eine halbe Stunde Vorbereitungszeit um das Rezept noch mal auszutesten. Vorher sortiert er noch mal sorgfältig die Bohnen, er sucht die kleinen und imperfekten Bohnen raus. Hier wird halt nichts dem Zufall überlassen. Training läuft gut – die Brühung ist echt solide. Wir haben natürlich auch die ein oder andere Tasse bei unseren lieben Mitbewerbern verkostet, die übrigens alle sehr, sehr lecker waren. Hier wird schließlich auf höchstem Niveau Kaffee ausgepresst.
Mattes' "Aeropressicano" war hervorragend & irgendwie komplett anders als alles was ich bei den anderen probiert hatte. Er hat eine Art Konzentrat zubereitet, aus 33g gemahlenem Kaffee nur 80ml extrahiert, welches er dann mit 120ml Wasser gestreckt hat. Da muss man erstmal drauf kommen!
Worum es hier überhaupt geht: Die Aeropress ist ein Kaffeezubereitungsgerät, welches aus einem Zylinder und einem Presskolben besteht...man gibt Kaffee & Wasser hinein, lässt ihn ziehen und drückt den Kaffee dann durch einen Filter aus. Mit dem gleichen Kaffee gibt es durch die verschiedenen Mahlgrade, Brühtemperaturen und Ziehzeiten auch zig verschiedene Resultate. Einer schmeckt fruchtiger und säurebetonter, der andere hat einen kräftigeren Körper mit sanften blumigen Nuancen, wieder ein anderer schmeckt wie ein schwarzer Tee mit Lychee... echt abgefahren.
32 Teilnehmer bekommen also alle den gleichen Kaffee - einen Kenianer geröstet von der Five Elephants Rösterei in Berlin. Die Teilnehmer haben 8 Minuten Zeit diesen zu zubereiten. Es gibt 8 Vorrunden à 4 Personen. Dann Semi-Finale und Finale...
Um 14 Uhr geht es los.
Die Bewertung - natürlich auch auf höchstem Niveau.
Die zubereiteten Kaffees' wurden blind vorkostet d.h. die 4 Tassen wurden der Jury präsentiert und der Name des Teilnehmers stand unter der jeweiligen Tasse. Die ausgewogenste und leckerste Brühung kam weiter in die nächste Runde. Natürlich ist alles auch ein wenig subjektiv aber schließlich sind die Judges Profis und wissen wonach man in einer gut zubereiteten Tasse Brew sucht.
Die lovely Judges: Anna Lunell – Koppi Roasters (Helsingborg ) Joanna Alm – Drop Coffee (Stockholm) Anette Moldvaer– Square Mile Coffee (London)
Natürlich konnte man sich nicht immer einig sein und so stand Corey Andreen – Cafe CK (Berlin), der das Event auch moderierte, bei und diente als 4te Stimme.
Also viel viel Prominenz...Weltmeister und Nationale Meister, Röster und Cafébetreiber.
15:34h Der Laden ist mittlerweile brechend voll und die ersten heats sind absolviert, Mattes macht sich bereit für den Kampf. Drei Liegestützen und vier Kniebeugen, einmal dehnen und auf geht’s! Wir sind alle sehr aufgeregt. Die 8 Minuten verfliegen wie im Nichts, und schon stehen wir nervös am Judges Tisch, die Ladies verschlürfen fleißig die 4 Kaffees. "OK, are you ready? Time to vote." Ist natürlich alles auf Englisch. Die Judges erheben ihre Finger und zeigen anschließend alle auf die gleiche Tasse. Mhh...ziemlich eindeutig. In vorherigen Runden kam es durchaus schon mal vor, dass alle auf eine andere Tasse gezeigt haben. Die Tasse wird angehoben uuuuuuund.....MATEUSZ!!! Wahnsinn!!! geiler Typ denke ich mir...jetzt ist alles möglich!! Halbfiiiiinaaaale oh oh :)
Eine rauchen und nen kühlen Kopf bewahren, Bohnen sortieren...und auf geht’s zu den Semi's 16:48h Mattes steht fokussiert an seiner Station, neben den 3 anderen Mitbewerbern im ersten Halbfinale. Mahlen Brühen Drücken und die 8 Minuten sind wieder um...abermals stehen wir am Judges Tisch, mit feuchten Händen und zittrigen Knien. Diesmal zögert Corey das ganze noch ein wenig heraus, die Judges erheben ihre Zeigefinger und… 3, 2, 1(three - two - one, English please) ... zwei zeigen auf eine Tasse, eine auf eine andere. Corey hebt die Tasse an ... MATEUSZ!!!!!
Unglaublich, Wahnsinn!! Der Gewinner dieser Meisterschaft darf übrigens an der Aeropress Weltmeisterschaft in Seattle teilnehmen...also hier geht es schon um etwas Tolles und die Euphorie ist groß.
So, nochmal tief Luft holen und Bohnen sortieren... das Finale steht an. Diesmal geht alles recht schnell und schon wieder stehen wir nach 8 Minuten Mahlen, Aufgiessen, Rühren, Drücken, Hin- und Hergießen am Judging Table.
Ich fasse es kurz, bei dem Gedanken dieses feeling in Worte zu fassen, blockiert Alles und ich bekomme Herzrasen, also
3 Platz … Marian
2 Platz … Florian
Deutscher Meister … MATEUSZ!!!!
Fucking awesome!!! Der CUP geht nach Düsseldorf und Mattes fliegt nach Seattle zur Weltmeisterschaft. Die Alte Wettkampfsau... Am Abend gab es noch leckere Microbrews und eine schöne Afterparty im Kaschk mit weiteren Erfrischungsgetränken.
Tag der Abfahrt: Nach einem leckeren Frühstück, ging es dann noch mal kurz zu The Barn auf eine leckere Tasse Kaffee und um unseren Dank für diese tolle Veranstaltung bei Ralf auszusprechen...good job! Jetzt den CUP im CUP einladen und auf Richtung Düsseldorf...geil wars!!

 


 

 

 


DIRECT TRADE
STATT SIEGEL

Die Idee sich auf Siegel zu einigen, um damit einen Mindeststandard zu gewährleisten ist ein wichtiger erster Schritt, birgt aber einige Schwierigkeiten und Probleme. Zum einen ist der Markt momentan überschwemmt mit unzähligen Siegeln. Durch diese Flut und Unübersichtlichkeit der Siegel verlieren diese beim Konsumenten an Wert und Glaubwürdigkeit. Siegel werden oft schon verliehen, wenn nur ein gewisser Anteil der Produkte die Vorschriften erfüllt - Bei Rainforest Alliance sind es beispielsweise nur 20%. Zum anderen müssen diese Siegel von den Produktionsstätten so teuer erkauft werden (mehrere tausend Euro pro Jahr), das kleine Produzenten keine Möglichkeit haben Siegel zu erhalten.
Es werden also prinzipiell einkommensschwache Produzenten ausgeschlossen, auch wenn sie die Mindestanforderungen erfüllen oder sogar übertreffen und oft auch qualitativ deutlich besser sind als die zertifizierten Farmen. Deswegen haben wir uns bewusst dazu entschieden den nächsten Schritt zu gehen und auf jegliche kommerzielle Siegel zu verzichten. Unsere Alternative ist DirectTrade. Bei der Wahl unserer DirectTrade Partner achten wir nicht auf Siegel oder Zertifikate, sondern schauen uns direkt vor Ort die Bedingungen, Menschen und Qualitäten an. Wir kennen sie persönlich, respektieren sie und vertrauen ihnen. Um eine solche Partnerschaft zu pflegen besuchen wir sie mehrmals im Jahr und stellen dabei sicher, dass unsere Ansprüche an Qualität und Nachhaltigkeit eingehalten werden.

 

DIRCTTRADE
Ökologische Nachhaltigkeit durch Anbaumethoden, die in Einklang mit der heimischen Flora und Fauna stehen und ohne Agrarchemie auskommen. Ökonomische Nachhaltigkeit durch faire Preise, die weit über den Standard- und Fairtradepreisen liegen und direkt bei den Farmern ankommen, um deren persönlichen Einsatz für Qualität wert zu schätzen. Soziale Nachhaltigkeit durch gerechte Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen zu denen auch die Unterbringung und medizinische Versorgung der Arbeiter und deren Angehörigen gehört.
Qualitative Nachhaltigkeit durch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter und den bedingungslosen Fokus auf Geschmack und Aroma. DirectTrade ermöglicht uns die Lieferantenkette komplett nach zu vollziehen und die Wertigkeit unserer Produkte ohne Siegel und Zertifikate anschaulich zu vermitteln. Angefangen hat alles mit unseren Milchprodukten, die wir jetzt seit mehr als 10 Jahren direkt von Bauern aus der Region beziehen. Der nächste und aufwändigere Schritt war dann auch Teile unseres Rohkaffes für unsere Rösterei direkt bei den Kaffeefarmen einzukaufen.
Mittlerweile haben wir 5 DirectTrade Partner in Deutschland, Malawi, Panama, Simbabwe und Ost-Timor mit denen wir das ganze Jahr über in Kontakt stehen und die Zusammenarbeit vertiefen. Für uns ist DirectTrade der einzig richtige Weg, um Qualität, Arbeits – und Sozialstandards, sowie Nachhaltigkeit für die gesamte Lieferkette langfristig zu gewährleisten. Denn nur durch die intensive Zusammenarbeit mit unseren DirectTrade Partner haben wir die Möglichkeit jeden Produktionsschritt nachzuvollziehen und nach unseren Ansprüchen zu gestalten, die immer höher sind als die der kommerziellen Siegel.

 

 


YELLOW CATUAI

Wir können einen neuen Single Varietal Kaffee in unserem Sortiment begrüßen, mit einer gesamt Ernte von 9 Kilo eine wahre Rarität: Der Yellow Catuai. Diese Gattung hat seinen Namen nicht ohne Grund, denn die reifen Kaffeekirschen sind nicht wie üblich tiefrot, sondern tiefgelb.

 

Yellow Catuai
Seit mehreren Jahren wächst diese Gattung sehr nachhaltig zwischen Maispflanzen und unter den Schattenbäumen unseres langjährigen Partner Estates Satemwa in Malawi. Trotz oder gerade wegen der geringen Ernte möchten wir den Geschmack dieser wunderbaren Bohne nicht verblenden, sondern besonders zelebrieren. Deswegen bieten wir den Yellow Catuai nur in zwei ausgewählten Shops (Düsseldorf: Marktplatz 12, Köln: Brüsslerstrasse) aus dem V60-Handfilter an. Natürlich nur solange der stark begrenzte Vorrat reicht und am liebsten schwarz ohne Zucker und/oder Milch. Für kurze Zeit gibt es den Yellow Catuai auch im Online-Shop.
http://woytonroastinc.de/kaffee/malawi/

 

YELLOW CATUAI SHOP
Geschmacklich überzeugt der Yellow Catuai durch eine würzige zimtähnliche Süße mit einem komplexen buttrigem Körper, der an Bourbon und Butterscotch erinnert.

UNSERE DIRECT TRADE
PARTNERSCHAFT EMERA IRILU /
OST TIMOR

Timor Leste – ein kleiner Inselstaat, gelegen im Südost-asiatischen Raum und seit eh und jeh geprägt von 2 Dingen:
Dem bemerkenswerten Kampf um die eigene Unabhängigkeit und … Kaffee. Was zu erstmal klingt als ob es so gar nicht zusammen passen würde entpuppt sich im Zusammenhang aber als ausschlaggebende Besonderheit.
Daher an dieser Stelle ein kleiner Exkurs in die Geschichte Osttimors:

Wir beginnen im Jahr 1512, das Jahr in dem die ersten Portugiesen das Festland Timors betraten. Missionierung und schließlich Kolonialisierung waren die Folge. Und auch wenn viele Dokumente aus dieser Zeit durch einen großen Brand im Archiv von Dili (Timors Hauptstadt) verloren gegangen sind, eins steht fest: 1815 pflanzten die Besatzer die ersten Kaffeebäume die vor allem an den Berghängen des Landes prächtig gedeihten. Unter ausschließlich staatlicher Kontrolle gewann die Pflanze schnell an wirtschaftlicher Bedeutung.
Die folgenden 160 Jahre standen jedoch im Zeichen des Kampfes um die Abspaltung von der portugiesischen Kolonialmacht. Also sich 1975 erstmals eine Unabhängigkeit Timors anbahnte, marschierte das indonesische Militär ein und annektierte das Land. Dies schadete dem ansässigen Kaffeebauern in 2 Punkten: Zum Einem fiel den Invasoren das Monopol für den gesamten Wirtschaftszweig zu, zum Anderen wurden in Folge der andauernden Guerilla Kämpfe dutzende Plantagen angezündet oder gänzlich zerstört.
Was übrig blieb waren vereinzelte, in den dichten Wäldern nahe der Gebirge Ermeras wachsende Kaffeepflanzen welche in Zuge der politischen Unruhen völlig in Vergessenheit gerieten.
1990 hatte der Unabhängigkeitskampf schließlich ein Ende -und hinterließ ein freies, aber vom Krieg zernarbtes Land. Der einzig verbleibende Wirtschaftszweig: verwilderte und wildwachsende Kaffeepflanzen. Klingt, milde gesagt, nach einer schwierigen Ausgangslage für einen neu gegründeten Staat.
Statt die Gebiete jedoch auf konventionelle (=effektivere) Anbauweisen umzustellen schlossen sich die Kaffeebauern zu Kooperativen zusammen und pflegten die Pflanzen so wie es von ihren Vorfahren gelernt hatten: ohne Pestizide, Dünger und Rodung, also 100 % organisch & nachhaltig. Mehr Bio geht nicht.
Wir haben uns 2013 vor Ort von den wirklich beeindruckenden Anbaubedingungen überzeugt. Leider werden die Bemühungen der Kaffeebauern bis heute nicht belohnt und es gibt immer wieder Tendenzen, auch in Ost-Timor auf konventionellen Kaffeeanbau umzusteigen. Wir haben uns daher entschlossen, den Kaffee von der Kooperative aus Emera Irilu direkt zu beziehen und einen fairen Preis zu bezahlen. Auf diese Weise wollen wir die traditionellen und nachhaltigen Arbeitsmethoden unterstützen und fördern.
Doch schmeckt man etwas von diesen nachhaltigen Anbaumethoden?
Klare Sache: Ja! So viel sogar, dass wir uns entschlossen haben den Ermera Irilu als sortenreine Espressoröstung anzubieten. Ein angenehm herber Espresso mit kitzelnder Säure und vollem Körper. Das harmonische süße-säure Verhältnis schmeckt Liebhabern erdiger (=dunkler) sowie spritziger (=heller) Röstungen einfach fantastisch. Wir kaufen diese Kaffee direkt bei den Bauern im Dorf Ermera Irilu in den Bergen Ost-Timors ein
http://woytonroastinc.de/kaffee/espresso/timor-ermera-irilu

 

 


DEUTSCHE KAFFEE
MEISTERSCHAFT 2013
- WIR SIND DABEI

Vom 17. bis zum 19.September wird wieder um die Wette gebrüht! Zum 13. Mal finden sich in Berlin die besten Baristas Deutschlands ein, um bei der offiziellen Kaffee Olympiade ihr Können u.a. in den Disziplinen Espressozubereitung, Brühkaffeezubereitung oder Latte Art zu messen.
Organisiert wird das für Kaffeeliebhaber wichtigste Event des Jahres vom deutschen Chapter der Speciality Coffee Association. Der Spezialitätenkaffeeverband veranstaltet bereits seit 1998 Wettbewerbe für Kaffeeenthusiasten. Die Idee dahinter ist ebenso simpel beschrieben wie sie schwierig umzusetzten ist: gemeinsam eine bessere Kaffeewelt schaffen.
Durch Zusammenarbeit mit Dachverbänden in mittlerweile 35 Anbau- und Konsumländern kommt man dieser Vision Jahr für Jahr näher. Die internationale Kooperation bietet zum einen eine Plattform für den fachlichen Austausch in Verarbeitung und Zubereitung und macht gleichzeitig außenstehende auf die Komplexität des Barista-Handwerks aufmerksam. Das Ergebnis ist mehr Respekt gegenüber dem Produkt und derer, die es zu dem machen was es ist. Vom Ernter bis zum Barista.
Klar, dass auch wir uns daran beteiligen wollen!

 

FRED
Für uns dabei sind dieses Jahr Arthur und Fred. Beide nehmen in der Kategorie Latte Art teil. Dort geht es darum durch eine spezielle Milchgießtechnik besonders kunstvolle Motive in Cappuccino- oder Latte Drinks herzustellen. Bewertet werden hierbei neben Kreativität und Schwierigkeitsgrad der Muster auch Sauberkeit und Konstanz. So müssen die Teilnehmer in allen Disziplinen 2 identische Getränke kreieren. Eine schwierige Angelegenheit, denn die internationale Jury hat ein scharfes Auge und bewertet jedes Detail!
Besonders cool: alle Wettkämpfe werden im Internet live übertragen! Wer den Jungs also vorm Bildschirm die Daumen drücken will sollte ab 18.00 Uhr bei der Latte Art Competition einschalten!

 

Watch live streaming video from kaffeecampus2013 at livestream.com

 

 


ZU BESUCH AUF DER
FINCA DOS JEFES, PANAMA

Nick hat pünktlich zur letzten Ernte im Februar unseren Direct Trade Partner Richard Lipner in Boquete, Panama besucht! Hier sein Reisebericht:
20. Februar 2013, Düsseldorf: kalt und nass Später am Tag: Panama City, 32° C, tropische Hitze.
Das Angebot, eine Kaffeefarm in Panama besuchen zu dürfen, passte perfekt zu meinem Plan, in den Semesterferien einen weiteren Fleck der Erde zu erkunden. Es dauerte nur noch etwas mehr als einen Monat und schon stand ich nach dem Klausurenstress in dem Land, das für seine Schönheit spätestens durch die Tigerente bekannt wurde und seit knapp 100 Jahren Heimat der bekanntesten Abkürzung der Welt, dem Panamakanal, ist. Nach 20 Stunden Flug und der ersten Nacht im low-quality Hotel stand Panama City auf dem Plan: Die wohl langweiligste Metropole der Welt. Nach Besichtigung der Miraflores-Schleusen, die den Pegelunterschied zwischen Atlantik und Pazifik auslgeichen, ging es mit dem Nachtbus (auf 14° C temperiert) Richtung Boquete im bergigen Grenzgebiet zu Costa Rica. Dort wartete ein angenehmes Klima um 25° C, eine atemberaubende Kulisse hoher, grün bewachsener Berge und tiefster Dschungel.

 

Im Vergleich zu Panama City bietet diese Kleinstadt nahezu grenzenlose Möglichkeiten: Panamas höchsten Berg, von dem man beide Ozeane sehen kann, heiße Quellen, Wasserfälle und natürlich das Zentrum des panamaischen Kaffeeanbaus. Hier wunderschöner Umgebung gedeihen einige der besten Kaffees der Welt. Und stets dabei ist die Finca Dos Jefes von Richard Lipner.

 

Unsere Führung begann Montagmorgen, 9 Uhr. Der Chef holte uns persönlich an unserer Unterkunft ab. Weitere Gäste waren ein Professorenehepaar aus Vermont. Nach kurzer Fahrt in höhere Lagen kamen wir auf der Farm an. Die gepflegte Finca lässt erahnen, dass von hier kein 08/15-Kaffee kommt. Nachdem wir uns vom traumhaften Ausblick losreißen konnten, sahen wir uns an, woher er kommt, der Cafe de la Luna (unbedingt probieren!!!). Da gerade die Schlussphase der Erntezeit war, konnten wir noch die verschiedenen Reifegrade der Kaffeekirschen studieren und die Aromaentwicklung der Kirsche erschmecken.

 

Nach dem Ernten geht es an die Weiterverarbeitung des Kaffees. Im Gegensatz zur Masse, nutzt man auf der Finca Dos Jefes die Energie der Sonne und des Windes, um die Kaffeekirschen zu trocknen und von Resten des Kirschensaftes zu befreien, anstatt die Kaffeebohnen mit Unmengen Frischwasser zu waschen und mit dem Schmutzwasser die Umwelt zu beschädigen. Um einen Kaffee in Bioqualität anzubauen, stellt man hier sogar eigenen Biodünger her und zieht auch die Setzlinge für den Ersatz alter Pflanzen selbst. Auch der Anbau nach im Einklang mit dem Mondkalender macht diese Farm zu etwas Außergewöhnlichem unter den Kaffeefarmen.

 

Aber nicht nur der Umweltschutz ist Richard Lipner ein Anliegen; auch die Arbeiter auf seiner Farm profitieren: Unter dem vorherigen Besitzer hausten die Arbeiter mit Familie, wie üblich, in einem Teil der Lagerhalle. 15 m² betonierter Fußboden mit Grill/Ofen diente Familie bis zu 7 Personen als Heim. Neben einem ordentlichen Dach über dem Kopf erhalten die Arbeiter auch ein mit $ 9,75 überdurchschnittliches Gehalt.

 

Im Anschluss an den Farmrundgang ging es an den Kaffee: Eine Verkostung desselben Kaffees in 3 unterschiedlichen Röstgraden. Unglaublich, welche geschmacklichen Unterschiede durch ein paar Grad oder Minuten mehr bei der Röstung entstehen. Als Highlight folgte zum Abschluss noch unsere eigene Röstung…der Duft des frisch gerösteten Kaffees ist unbeschreiblich, in Verbindung mit der Finca in den panamaischen Bergen der Himmel jeden Kaffeetrinkers.