REGIONAL


Da es uns bei Woyton wahnsinnig wichtig ist, die Produkte weitestgehend lokal und über direkte Partner zu beziehen, haben wir uns (wie auch bei unseren Filterkaffees) bei unserem Honig für den Weg des Direct Trades entschieden. Keine Zwischenhändler, sondern der direkte Kauf des Produkts beim Hersteller selbst. Ich bekam letzte Woche die einmalige Chance, die Herstellung unseres Honigs aus nächster Nähe zu beobachten. Der Imker, der sich um die 50.000 bis 60.000 Bienen kümmert, hat seinen Arbeitsplatz direkt in Düsseldorf, in einem urigen kleinen Schrebergarten.

Zuvor erhielt ich einige Informationen, was es zu beachten gilt, wenn man einem Stich entgehen will. Die Aufregung kam dann spätestens, als der Imker Oliver Stolper bei der Begrüßung achselzuckend erwähnte, dass es keine Schutzkleidung geben würde. „Ärgert die Bienen nicht und bewegt euch am besten nicht zu ruckartig“, meinte er und schon ging es in die Höhle des Löwen..der Bienen meine ich!
Oliver kommt ursprünglich aus München, dort entdeckte er auch seine Leidenschaft für die Arbeit mit den fleißigen Insekten. Es blieb aber mehr ein Hobby, hauptberuflich arbeitet er in der Qualitätssicherung. Bereits seit 16 Jahren beschäftigt er sich mit seinen Lieblingstieren und vor allem um die beliebte Süßigkeit, die sie emsig produzieren. Seit einigen Monaten hat Woyton nun das Glück, seinen Honig von Oliver Stolper zu beziehen und die Gäste fliegen förmlich darauf.

Doch zurück in den Schrebergarten: Je näher wir den Bienen kamen, desto lauter wurde das gleichmäßige Summen. Der Imker ging voraus, als würden ihn die 50.000 Stachel gar nicht interessieren, während wir mit einigem Respekt und zittrigen Knien folgten. Lustigerweise sieht das Zuhause der Bienen fast so aus wie richtige Holzhütten, nur in einer Miniaturversion. Zwei dieser Hütten stehen in Olivers Schrebergarten, mit jeweils einem kleinen Ausgang daran – wie eine Haustür. „Dies ist der Start- und Landeflughafen“, erklärte uns der Bienenmeister. „Bis zu 42.000 km fliegt ein Volk für ein halbes Kilo Honig, um es dann genau hier abzuliefern.“
Natürlich wollten wir dann auch noch wissen, wie so ein Bienenhaus von innen aussieht, also führte uns Oliver zur Rückseite und schloss einen der Holzkästen auf. Wir konnten die Waben und mindestens 1.000 Bienen bestaunen, sogar die Königin entdeckten wir.
Der frische goldgelbe Honig triefte nur so von den Waben, es ist unglaublich, zu welchen Glanzleistungen diese Tiere imstande sind. Unsere anfänglichen Sorgen blieben unbegründet, die Bienen schienen sich gar nicht für uns zu interessieren und so kamen wir alle ohne einen Stich davon. Glück gehabt!

Oliver erklärte uns, dass er sich um die Rasse der Carnica kümmert, die ihre Heimat ursprünglich südlich der Alpen hat. In der Hochsaison arbeitet er bis zu zehn Stunden in der Woche am Honig seiner Bienen. „Geschmack, Farbe und Konsistenz hängen von den Blüten ab, die zu dieser Zeit blühen“, sagte der Imker und ließ uns zum Abschluss sogar den winzigen Pelz seiner Tiere streicheln. Es war ein faszinierendes Erlebnis und jeder Honigfan ist herzlich eingeladen, die süße Versuchung in einer der zahlreichen Filialen zu kosten, übrigens besonders empfehlenswert zu einem der leckeren Tees.
 
Euer Niklas Spelthan